Neue Studie zeigt: Vegetarische Ernährung kann das Krebsrisiko um bis zu 43 Prozent senken

Neue Studie zeigt: Vegetarische Ernährung kann das Krebsrisiko um bis zu 43 Prozent senken

Forscher der Loma Linda University in Kalifornien entdeckten, dass bei Vegetariern im Vergleich zu Fleischessern ein um 19 Prozent geringeres Risiko für Dickdarmkrebs und ein 29 Prozent geringeres Risiko für Mastdarmkrebs bestand.

Eine bestimmte Form des Vegetarismus – der Pesco-Vegetarismus, das ist eine Ernährung mit Gemüse plus Fisch und Meeresfrüchten, aber kein Fleisch von anderen Tieren – entsprach sogar einem noch niedrigeren Krebsrisiko. So bestand bei Pesco-Vegetariern im Vergleich zu Nicht-Vegetariern ein um 43 Prozent niedrigeres Dickdarmkrebs-Risiko.

Es ist gesund, auf Fleisch und Junkfood zu verzichten und mehr Fisch und Gemüse zu essen

Diese Ergebnisse wurden online in der Zeitschrift JAMA Internal Medicine veröffentlicht; der Titel des Beitrags war Formen vegetarischer Ernährung und das Risiko von Dickdarmkrebs.

Im Abstract der Studie heißt es: »Der Zusammenhang zwischen vegetarischer Ernährung und Darmkrebsrisiko ist nicht gut untermauert«; deshalb untersuchten die Forscher in einer siebenjährigen Nachfolgestudie die Ernährungsgewohnheiten von mehr als 77 000 Siebenten-Tags-Adventisten, die den Nutzen einer vegetarischen Ernährungsweise preisen.

Der Abstract schließt mit der Feststellung, eine Konzentration auf pflanzliche Kost sei für den Betreffenden gesundheitlich von Vorteil. »Vegetarische Ernährungsformen werden mit einer generell geringeren Darmkrebs-Häufigkeit in Zusammenhang gebracht«, heißt es in dem veröffentlichen Artikel. »Insbesondere bei Pesco-Vegetariern besteht im Vergleich zu Nicht-Vegetariern ein deutlich geringeres Risiko. Wenn sich solche Verbindungen als kausal erweisen, können Sie für die Primärprävention von Darmkrebs-Erkrankungen interessant sein.«

Wie Dr. Michael Orlich, der Erstautor der Studie, betont, ist die Ernährung entscheidend für die Gesundheit. Das sei auch den meisten Menschen bewusst, werde aber nicht immer beherzigt.

»Ernährung ist ein potenziell wichtiger Weg, das Risiko der Entwicklung von Darmkrebs zu senken«. Laut Orlich, Assistenzprofessor für Präventionsmedizin an der Loma Linda University, hätten die Studienteilnehmer, die gebeten wurden, das Auftreten von Krebserkrankungen im Verlauf der Jahre zu berichten, in der Regel nur sehr selten Junkfood gegessen. »Unsere Vegetarier konsumierten nicht nur weniger Fleisch als die Nicht-Vegetarier, sondern auch weniger Süßigkeiten, Snacks, raffiniertes Getreide und kalorienreiche Getränke.« Neben Gemüse hätten diese Menschen auch mehr Nüsse, Vollkorngetreide, Bohnen und Obst zu sich genommen.

Keine extrem strenge Ernährungsweise nötig, um Dickdarm und Mastdarm gesund zu erhaltenDie Erkenntnis, dass das Krebsrisiko bei Teilnehmern, die neben der pflanzlichen Kost auch Fisch zu sich nahmen, geringer war, ist eine gute Nachricht für alle, die sich fragen, ob sie auch Fisch aus ihrer Ernährung streichen sollten. Außerdem denken sie vielleicht auch über noch strengere Ernährungsweisen nach und überlegen, ob sie nicht besser vegan leben sollten. Diese Entscheidung ist natürlich jedem Einzelnen überlassen, aber die Ergebnisse zeigen in diesem Fall eindeutig, dass der Verzehr von Fisch neben viel Gemüse die Gesundheit von Dickdarm und Mastdarm stärkt.

»Die tröstende Lehre ist, dass man nicht vegan leben und Eier, Milchprodukte und Fisch streichen muss, um das Krebsrisiko zu senken«, sagte Dr. Leonard Saltz, Leiter der Abteilung für gastrointestinale Onkologie am Memorial Sloan KetteringKrebszentrum in New York.

Nach Schätzungen der amerikanischen Krebsgesellschaft liegt das Risiko eines Menschen, im Verlauf seines Lebens an Krebs zu erkranken, bei circa 1:20. Die Gesellschaft erwartet, dass 2015 ungefähr 93 000 Menschen an Dickdarmkrebs und 39 600 an Mastdarmkrebs erkranken; rund 49 700 Menschen werden an Darmkrebs sterben.

Überlegen Sie sich, noch heute mit einer Ernährungsumstellung zu beginnen. Man braucht nicht sofort Vegetarier zu werden, schon mehr Fisch und weniger Fleisch zu essen und gezuckerte Snacks durch Gemüse zu ersetzen, ist ein wichtiger Schritt hin zu besserer Gesundheit.

 

Quelle:Kopp Verlag

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